Festes Shampoo & Haarseife: Was ist der Unterschied?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was der Unterschied zwischen Haarseife und festem Shampoo ist? Oft werden die Begriffe verwechselt, sowohl von Nutzern als auch von Herstellern. Es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten.
Aber keine Sorge, wir klären euch auf!


Was ist Haarseife?
Haarseife ist eine klassische gesiedete Seife, die auf Basis von Fetten und Lauge (Natriumhydroxid) hergestellt wird. Der Herstellungsprozess ähnelt dem traditioneller Seifen, die schon seit über 6.500 Jahren bekannt sind.
Dabei werden pflanzliche Fette und Öle mit Lauge verseift.
Oft kommen noch pflegende Zutaten wie Kräuter, ätherische Öle und Farben zum Einsatz.

Die erste Seife wurde bereits vor über 6.500 Jahren erfunden und hat somit eine lange Geschichte.
Nach der Herstellung muss die Haarseife 4-6 Wochen an der Luft reifen, um den Verseifungsprozess abzuschließen und den pH-Wert zu senken.
Ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Haarseifen ist die „Überfettung“. Hierbei bleibt ein Teil des Öls unverseift und sorgt für eine zusätzliche Pflegewirkung. Eine Überfettung zwischen 5-10% ist typisch, wobei eine höhere Überfettung nicht immer gleich mehr Pflege bedeutet.
Die heutige Haarseife ist eine klassisch gesiedete Seife.
Welches Öl in welcher Menge als Überfettung zurück bleibt, kann mit etwas Know-How gesteuert werden. Die meisten Haarseifen haben eine Überfettung zwischen 5% und 10%, je nach Vorliebe des Seifensieders.
Eine hohe Überfettung bedeutet jedoch nicht automatisch eine hohe Pflegekraft! Hier gilt Klasse vor Masse. Eine geringe Überfettung eines sehr pflegenden Öles kann also besser sein als eine hohe Überfettung eines weniger pflegenden Öles.
Bei einer (zu) hohen Überfettung haben viele Benutzer von Haarseife das Gefühl, dass sich die Haare fettig und klebrig anfühlen.
Der pH-Wert von Haarseifen
Der pH-Wert von Haarseifen liegt aufgrund der verwendeten Lauge zwischen 9 und 11, was für Haut und Haare eher basisch ist.
Der optimale pH-Wert für Haut und Haar liegt jedoch bei 4,8 bis 5,7, weshalb es zu einer „Eingewöhnungszeit“ kommen kann, wenn man von flüssigem Shampoo auf Haarseife umsteigt.
Manche Menschen bemerken in dieser Übergangsphase, dass ihre Haare sich anfänglich ungewohnt anfühlen.
Kalkseife und die saure Rinse

Ein häufiges Problem bei der Verwendung von Haarseife ist die sogenannte „Kalkseife“, die entstehen kann, wenn du mit kalkhaltigem Wasser wäschst. Diese Kalkseife hinterlässt einen schmierigen Film auf den Haaren und lässt sie stumpf und schwer wirken.
Das kann auch dazu führen, dass sich die Haare schwer kämmen lassen.
Eine einfache Lösung hierfür ist die „saure Rinse“. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Apfelessig oder Zitronensäure und Wasser, mit der du deine Haare nach dem Waschen ausspülst. Diese saure Rinse neutralisiert die Kalkablagerungen, schließt die Schuppenschicht des Haares und sorgt für glänzende, weichere Haare.
Der Geruch des Essigs verfliegt übrigens schnell nach dem Trocknen.
Was ist festes Shampoo?
Im Gegensatz zur Haarseife wird bei festem Shampoo keine Verseifung mit Lauge durchgeführt. Die Zutaten werden vielmehr gemischt und dann gepresst.
Ein wichtiger Bestandteil im festen Shampoo ist das Tensid, das dafür sorgt, dass sich Fett und Wasser verbinden und das Haar von Schmutz befreit wird.
Im Gegensatz zu Haarseifen hat festes Shampoo einen pH-Wert von etwa 5,0, was es hautfreundlicher macht.
Bei hartem Wasser kann festes Shampoo daher eine bessere Wahl sein, da es keine Kalkseife bildet.
Auch gibt es hier keine Eingewöhnungszeit – festes Shampoo lässt sich schnell aufschäumen und ausspülen.
Bei festem Shampoo tritt dieses Problem der Kalkseife nicht auf, da es einen niedrigeren pH-Wert hat (um 5,0), der besser mit dem natürlichen pH-Wert des Haares harmoniert und somit keine Kalkablagerungen entstehen.
Wie benutzt man Haarseife und festes Shampoo?
Beide Produkte lassen sich einfach anwenden.
Du kannst die Seife oder das Shampoo entweder in deinen Händen aufschäumen oder direkt auf das nasse Haar reiben. Achte darauf, dass der Schaum gut verteilt wird, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Aufbewahrung und Reise
Sowohl Haarseife als auch festes Shampoo sind perfekt für Reisen geeignet, da sie keine Flüssigkeiten sind und wenig Platz im Gepäck einnehmen.
Nach der Anwendung solltest du die Produkte an einem trockenen Ort lagern, um ihre Haltbarkeit zu gewährleisten - am besten außerhalb der Dusche. Ansonsten kann es passieren, dass sie in Einzelteile zerfallen, matschig werden und nicht lange halten. Wenn du ein Seifensäcken benutzt, hänge es auf, damit es gut abtrocknen kann.
Zum Schutz reicht eine kleine Metall- oder Tupperdose. Achte darauf, dass du die Dose erst verschließt, wenn die Haarseife & das feste Shampoo abgetrocknet sind. Sind sie noch nass, hilft ein Waschlappen oder Stoffstück, um sie kurzfristig darin einzuwickeln.
Fazit
Ob Haarseife oder festes Shampoo – beide Produkte sind ergiebig und eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Shampoo. Sie kommen mit minimaler Verpackung aus und tragen dazu bei, den Plastikmüll zu reduzieren. Wählt einfach das Produkt, das am besten zu eurem Haartyp passt, und genießt die Vorteile der natürlichen Pflege!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!
Liebe Grüße,
Yvonne
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